Dehnung - Warum ist das so wichtig?

Stell dir vor, du wachst morgens auf und fühlst dich steif und unbeweglich. Ein paar gute Dehnübungen und schon fühlst du dich wie neu geboren. Genauso geht es auch deinem Pferd! Regelmäßige Dehnübungen helfen deinem Vierbeiner, sich weniger steif zu fühlen, die Haltung zu verbessern, weicher und flexibler zu werden, Stress abzubauen und Muskelungleichgewichte auszugleichen.

Richtiges Dehnen kann die Leistung verbessern, das Verletzungsrisiko senken und dafür sorgen, dass dein Pferd sich rundum wohlfühlt. Aber warum genau ist das so wichtig? Lass uns einen Blick auf die wichtigsten Punkte werfen.

 

Warum ist Dehnen wichtig?

Pferdemuskeln sind echte Arbeitstiere, aber auch sie brauchen Pflege, um geschmeidig zu bleiben. Hier sind einige Gründe, warum du deinem Pferd regelmäßig eine Stretching-Session gönnen solltest:

✔ Mehr Power: Ein flexibler Muskel arbeitet effizienter und hilft deinem Pferd, sich locker und mit voller Kraft zu bewegen.
✔ Weniger Verletzungen: Verspannte Muskeln sind anfälliger für Zerrungen und andere unangenehme Wehwehchen.
✔ Gesunde Muskulatur: Gut gedehnte Muskeln bleiben elastisch, was die Beweglichkeit deines Pferdes erhält.
✔ Sehnen sind nicht so elastisch wie Muskeln: Klingt unfair, aber es ist so. Umso wichtiger ist es die Flexibilität des Muskelbauchs zu steigern.
✔ Bessere Durchblutung & Nährstoffversorgung: Dehnen fördert die Blutzirkulation und den Lymphfluss – der Muskel wird mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, und Stoffwechselabfälle werden schneller abtransportiert.
✔ Weniger Ermüdung: Dehnen hält die Muskeln länger frisch und leistungsfähig.

 

Arten der Dehnung – passiv vs. aktiv

Es gibt zwei Hauptarten der Dehnung:

1. Passive Dehnung:
Hierbei übernimmst du als Pferdebesitzer oder Therapeut die Bewegung. Du hebst zum Beispiel ein Bein deines Pferdes an und führst es sanft in eine Dehnposition. Wichtig: Immer langsam und vorsichtig arbeiten – dein Pferd soll sich entspannen, nicht den Spagat üben!

2. Aktive Dehnung:
Bei der aktiven Dehnung bewegt sich das Pferd selbst in eine Dehnung hinein. Das kann zum Beispiel durch gezielte Übungen wie das Füttern aus tiefer Position (Leckerli zwischen die Vorderbeine) oder über Bodenarbeit geschehen.

 

Was können Dehnübungen bewirken?

Richtig angewendete Dehnübungen können wahre Wunder wirken:

✔ Die Muskeln bleiben flexibel und geschmeidig.

Dein Pferd kann sich lockerer und freier bewegen.

Verspannungen und Blockaden lösen sich.

Die Durchblutung wird angeregt, was die Regeneration beschleunigt.

Verkürzte Muskeln verlängern sich, Verbesserung der Schrittlänge und Beweglichkeit.

Stressabbau: wirkt beruhigend und kann helfen, Stress und Anspannung zu reduzieren.

Aber Achtung: Dehnen sollte immer gezielt und mit Gefühl gemacht werden! Wenn dein Pferd eine Verletzung hat oder plötzlich stark auf eine Dehnung reagiert, dann lieber einen Fachmann oder Tierarzt zurate ziehen.

 

Warum verkürzt sich Muskulatur überhaupt?

Verkürzte Muskulatur kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

Fehlbelastungen: Schiefe Haltung, schlechte Hufstellung oder ein unpassender Sattel können dazu führen, dass Muskeln sich verspannen.

Zu wenig Bewegung: Darf ein Pferd z.B. aufgrund einer Verletzung sich nicht Bewegen, wird die Muskulatur nicht ausreichend genutzt und verkürzt sich.

Einseitiges Training: Immer nur auf einer Hand reiten oder bestimmte Muskelgruppen überlasten? Nicht gut! Vielfalt im Training ist der Schlüssel.

Alter und Krankheiten: Mit den Jahren werden Muskeln und Sehnen naturgemäß etwas steifer – regelmäßiges Dehnen kann helfen, diesen Prozess zu verlangsamen.

 

Wichtig: Erst aufwärmen, dann dehnen!

Bevor du mit dem Dehnen startest, muss dein Pferd warm sein – niemals kalte Muskeln in die Dehnung bringen! Ein paar Minuten Schrittführen oder lockeres Reiten reichen oft schon aus, um die Muskulatur auf Betriebstemperatur zu bringen. Stell dir vor, du würdest direkt nach dem Aufstehen in den Spagat gehen – autsch! Dein Pferd fühlt sich da nicht anders.

 

Sanft statt ruckartig – weniger ist mehr!

Beim Dehnen gilt: Langsam, kontrolliert und niemals mit Gewalt! Dehne dein Pferd nur so weit, wie es von selbst zulässt – kein Ziehen, kein Zwingen. Halte die Dehnung für mehrere Sekunden, damit der Muskel sich daran gewöhnen kann, und löse sie dann wieder sanft. Ein ruckartiges Überdehnen kann mehr schaden als nützen!

Dein Pferd wird’s dir danken!

Regelmäßiges Dehnen ist kein Luxus, sondern eine wichtige Maßnahme für die Gesundheit deines Pferdes. Es hält die Muskulatur geschmeidig, verbessert die Beweglichkeit und hilft, Verletzungen vorzubeugen.

Informiere dich über verschiedene Dehnübungen und Schnapp dir dein Pferd, leg eine entspannte Dehn-Session ein und denk daran: Ein gut gedehntes Pferd ist ein glückliches Pferd!

 

Viel Spaß beim Stretching!